Genital kennenlernen: Wie du dich selbst besser spürst und wahrnimmst

Übersicht

  1. Frühkindliche Erfahrungen prägen die Wahrnehmung
  2. Die Macht der Sprache
  3. Den eigenen Körper bewusst erleben
  4. Vorteile des Genitalkennens
  5. Tipps für mehr Nähe zu deinem Genital

Die Beziehung zu unserem eigenen Körper beginnt schon in den ersten Lebenstagen. Besonders das Genital spielt eine zentrale Rolle in unserer Selbstwahrnehmung und Sexualität. In diesem Blog erfährst du, warum es wichtig ist, das eigene Genital bewusst kennenzulernen, wie Sprache und Berührung die Wahrnehmung prägen und welche Übungen dir helfen, eine gesunde Beziehung zu deinem Körper zu entwickeln.

Genitalien sind wichtig, damit dein Bezug zum Körper spürbar lustvoll sein kann.
Genitalien sind wichtig, damit dein Bezug zum Körper spürbar lustvoll sein kann.

Willst du auch dein Genital kennenlernen? Fühlst du dich jedoch unsicher? In einem therapeutischen Setting können wir schrittweise vorgehen und ich begleite dich mit Fragen auf deinem Weg zu mehr Sicherheit und Wohlbefinden!

1. Frühkindliche Erfahrungen prägen die Wahrnehmung

Wenn wir als Baby auf die Welt kommen, wollen wir berührt, gestreichelt, geküsst und gehalten werden. Diese Nähe vermittelt uns ein Gefühl von Liebe und Sicherheit. Schon ab Tag eins beginnen verschiedene Körperberührungen durch Bezugspersonen, zum Beispiel beim Wickeln, auch am Genital.

Babys nehmen dabei subtil wahr:

  • Wie reagiert die Bezugsperson auf das Genital?
  • Welcher Gesichtsausdruck begleitet die Berührung?
  • Welche Worte werden verwendet?

Bereits diese frühen Erfahrungen formen unser Verhältnis zum eigenen Genital und wirken sich auf unsere spätere Selbstwahrnehmung, Geschlechtsidentität und Sexualität aus.

2. Die Macht der Sprache

Kinder lernen Begriffe wie „Schnäggli“, „Pipi“, „Mumu“ oder „Puller“. Diese Begriffe sind kultur- und gesell schaftspezifisch geprägt. Diese verniedlichenden oder absurden Bezeichnungen prägen das erste Kennenlernen des eigenen Körpers. Studien und meine Praxis in Basel zeigen, dass viele Menschen auch als Erwachsene noch diese Begriffe verwenden.

Die Folgen: Menschen haben oft keinen oder wenig Bezug zu ihrem Genital, was sich auch auf das spätere Sexleben auswirken kann. Die Sprache beeinflusst, wie wir über unseren Körper denken, fühlen und wie wir uns selbst wahrnehmen.

Als Mutter und Sexologin empfehle ich daher: Bezeichnet die Genitalien von Kindern klar und korrekt: Vulva und Penis. Dies gilt nicht nur für Eltern, sondern auch für Erzieher:innen, Lehrpersonen und Fachkräfte. Eine sachliche Benennung unterstützt eine gesunde, selbstbewusste Beziehung zum eigenen Körper und fördert eine positive Sexualentwicklung.

Hier erhältst du einen Überblick zu meinen aktuellen Empfehlungen, meinen Seminaren und Kursen.

3. Den eigenen Körper bewusst erleben

Es geht jedoch nicht nur um die Benennung. Menschen sollten lernen, eine bewusste Beziehung zu ihrem eigenen Körper aufzubauen. Dies umfasst:

  • Das eigene Genital im Spiegel ansehen
  • Es freundlich begrüssen
  • Es mit Berührungen erkunden
  • Verschiedene Arten der Stimulation ausprobieren, mit oder ohne Sextoy

Durch diese Übungen erfahren wir, sei es beim Solo-Sex oder in Begegnungen mit anderen Menschen, was uns gefällt, was erregend ist und was befriedigend wirkt.

4. Vorteile des Genitalkennens

Ein bewusster Bezug zum eigenen Genital stärkt das Selbstbewusstsein und die sexuelle Selbstbestimmung. Wer seinen Körper kennt und spürt, entwickelt ein stärkeres Körperbewusstsein, eine tiefere Verbindung zur eigenen Sexualität, gesündere und erfüllendere sexuelle Begegnungen sowie positive Auswirkungen auf die emotionale und psychische Gesundheit. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht fördert ein ganzheitliches Körpergefühl und unterstützt die persönliche Entwicklung auf allen Ebenen.

Willst du auch deine emotionale und psychische Gesundheit stärken? Dann melde dich für ein ersten Kennenlerngespräch bei mir!

In meiner Arbeit als Sexualberaterin nach dem Modell Sexocorporel zeige ich Frauen, wie sie ihr sexuelles Empfinden aktiv verändern können – körperlich, emotional und kognitiv.

5. Tipps für mehr Nähe zu deinem Genital

  1. Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit, deinen Körper bewusst wahrzunehmen.
  2. Betrachte dein Genital im Spiegel, ohne Bewertung, mit Respekt.
  3. Berühre dein Genital auf unterschiedliche Arten, achte auf Empfindungen.
  4. Nutze, wenn gewünscht, Sextoys, um neue Empfindungen zu entdecken.
  5. Reflektiere deine Gefühle, Ängste oder Scham, die mit deinem Genital verbunden sind.

Diese kleinen Schritte können den Zugang zu Lust, Körperbewusstsein und sexueller Selbstbestimmung erleichtern.

6. Dein Genital kennenlernen lohnt sich

Die Beziehung zu deinem eigenen Genital beginnt schon früh und beeinflusst dein gesamtes Körpergefühl und Sexleben. Eine sachliche Benennung, bewusstes Erkunden und Akzeptanz fördern Selbstbewusstsein, Lust und Selbstbestimmung.

Beginne noch heute damit, dein Genital zu entdecken. Lerne, was dir gefällt, was dich erregt und wie du deinen Körper voll und ganz geniessen kannst. Ein gesunder Bezug zum eigenen Genital ist ein zentraler Baustein für ein positives, erfülltes Sexualleben und ein selbstbestimmtes Körpergefühl.

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ein Portrait von Melina Dobroka

Melina Dobroka, Sexologin, Basel

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Zyklus 3

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

… kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (z.B. Familie, Schule, Sexualität, Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. (Beratung, Therapie, Selbsthilfe)

… kennen psychische Veränderungen in der Pubertät (z.B. verstärkte Scham und Befangenheit, veränderte Einstellung zum eigenen Körper, erwachendes sexuelles Interesse) und wissen, dass diese zur normalen Entwicklung gehören

… können Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Geschlecht und Rollenverhalten in der Gruppe formulieren und respektvoll diskutieren (z.B. Bedürfnisse, Kommunikation, Gleichberechtigung).

… können Darstellungen von Männer- und Frauenrollen sowie Sexualität in Medien auf Schönheitsideale und Rollenerwartungen analysieren und Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung kritisch betrachten.

…reflektieren eigene Erwartungen und Anspruche in ihrem Umfeld an Beziehungen, Freundschaften, Partnerschaft und Ehe.(Freundschaft, Partnerschaft, Ehe)

… verbinden Sexualität mit Partnerschaft, Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung und können sexuelle Orientierungen nichtdiskriminierend benennen. (Hetero-, Homosexualität)

… kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität und respektieren die Rechte anderer. (Selbstbestimmung, Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen)

… können Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen im Bereich Sexualität kritisch beurteilen. (Risiken, Übergriffe, Missbrauch, Pornografie, Promiskuität, Prostitution)

… verfügen über ein altersgemässes Grundwissen über die menschliche Fortpflanzung, sexuell übertragbare Krankheiten und Möglichkeiten zur Verhütung.

… kennen die Wirk- und Anwendungsweise verschiedener Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung und können deren Risiken und Nebenwirkungen vergleichen

… kennen Krankheiten, die häufig sexuell übertragen werden, und können erläutern, wie man sich davor schützt.

… wissen um die Verantwortung beider Geschlechter für Empfängnis und Verhütung.

…kennen altersgemässe Medien und Informationsquellen zur Sexualaufklärung.

…können Chancen und Risiken der Mediennutzung benennen und Konsequenzen für das eigene Verhalten ziehen (z.B. Vernetzung, Kommunikation, Cybermobbing, Schuldenfalle, Suchtpotential).

Folgende Themen ergeben sich aus diesen Kompetenzen:

  • Gruppenzwang
  • Pornografie: Umgang und Gefahren
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • erstes Mal
  • weitere

Themen für weiterführende Schulen:

  • Beziehungen
  • Lebensstile
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • sexuelle Rechte
  • Berufsspezifische Themen

Zyklus 2

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

…setzen sich mit dem Zusammenhang von Freundschaft, Liebe und Sexualität auseinander.
…können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (z.B. Zuneigung, Vertrauen, Gleichberechtigung)
… können über die zukünftige Entwicklung zu Frau und Mann nachdenken
… können Veränderungen des Körpers mit angemessenen Begriffen benennen. (Stimmbruch, Menstruation)
… verstehen Informationen zu Geschlechtsorganen, Zeugung, Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt. (Bau und Funktion der Geschlechtsorgane)
… erhalten die Möglichkeit Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern
… können Geschlechterrollen (z.B. Merkmale, Stereotypen, Verhalten) beschreiben und hinterfragen sowie Vorurteile und Klischees in Alltag und Medien erkennen
… können Vor- und Nachteile direkter Erfahrungen, durch Medien oder virtuell vermittelter Erfahrungen benennen und die persönliche Mediennutzung begründen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Pubertät (körperliche Veränderungen)
  • Menstruation
  • Erektion
  • erster Samenerguss
  • erster Kuss
  • Verliebtsein, Liebe
  • Beziehungen
  • Bedeutung von Sexualität
  • Pornografie: Umgang und Informationen
  • sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität
  • sexuelle Lust
  • Solosexualität (Selbstbefriedigung)

Zyklus 1

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Schüler:innen…

… können Unterschiede im Körperbau von Mädchen und Knaben mit angemessenen Begriffen benennen.
… können anhand von Beispielen Rollenverhalten beschreiben und vergleichen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Ich und mein Körper
  • Mädchen/Jungs
  • Gender
  • Freundschaft, Liebe