Ist Masturbation ungesund? Mythen, Fakten und die Praxis des Solosex

Übersicht

  1. Solosex statt Masturbation: Ein neuer Begriff für eine neue Sichtweise
  2. Warum ich das Thema Solosex und seine Gesundheit thematisiere
  3. Solosex als Übungsfeld in der Sexualtherapie
  4. Solosex ist gesund und stärkt Körper und Geist
  5. Mit diesen Fragen entdeckst du dich selbst besser

Das Thema Masturbation ist von Mythen und Tabus umgeben. Viele Menschen wachsen mit der Vorstellung auf, dass Selbstbefriedigung körperlich und/oder seelisch schädlich sein könnte. Diese Vorstellungen stammen oft aus kulturellen oder religiösen Prägungen, die Sexualität als etwas Verbotenes oder „Schmutziges“ darstellen. Deshalb ist es wichtig, diese Mythen kritisch zu hinterfragen und durch sachliche, offene Gespräche zu ersetzen.

Das Thema Masturbation ist seit Jahrhunderten von Mythen und Tabus umgeben.
Foto von Inge Poelman auf Unsplash

1. Solosex statt Masturbation: Ein neuer Begriff für eine neue Sichtweise

In meiner Praxis nutze ich bewusst den Begriff Solosex, weil er weit mehr umfasst als nur die rein körperliche Stimulation.

In meiner Praxis nutze ich bewusst den Begriff Solosex, weil er weit mehr umfasst als nur die rein körperliche Stimulation. Solosex bedeutet, sich selbst mit allen Sinnen zu erforschen und die eigene Lust bewusst wahrzunehmen.

Foto von Ivan Stern auf Unsplash

Dabei geht es nicht einfach nur um „Sex mit sich selbst“, sondern um eine tiefere, ganzheitliche Verbindung zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität. Solosex schafft einen Raum, in dem Menschen ihre individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen kennenlernen und anerkennen können. Dieser Raum für Autonomie und Selbstbestimmung ist in unserem oft hektischen Alltag eine wichtige Ressource. Viele Menschen erleben dort zum ersten Mal, wie befreiend es sein kann, sich ohne äusseren Druck oder Erwartungen ganz auf sich selbst einzulassen.

2. Warum ich das Thema Solosex und seine Gesundheit thematisiere

Ich spreche das Thema Solosex bewusst an, weil es mir in meiner Arbeit als Sexualtherapeutin immer wieder begegnet, in Beratungen, Gesprächen mit Klient:innen, sowie in meinem persönlichen Umfeld. Viele Menschen fühlen sich verunsichert oder schämen sich, offen über ihre Lust und Solosex zu sprechen. Mythen und Tabus führen oft zu Schuldgefühlen und Unsicherheit. Mein Ziel ist es, diese Barrieren abzubauen und das Thema zu enttabuisieren. Ich möchte aufklären, ermutigen und zeigen, dass Solosex gesund ist, sprich auch die sexuelle Gesundheit fördert, und ein wertvolles Übungsfeld für Lust, Selbstwahrnehmung und Autonomie bietet. Dabei begleite ich Menschen, die durch Solosex lernen, ihre Sexualität frei und selbstbestimmt zu leben ohne Scham und mit einem liebevollen und positiven Körpergefühl.

Dazu habe ich auch bereits einen anderen Blog zum Thema Solosex geschrieben.

3. Solosex als Übungsfeld in der Sexualtherapie

Das Modell Sexocorporel ist eine wertvolle Grundlage in meiner Arbeit. Es verbindet die körperliche (corporel) und die sexuelle (sexo) Dimension als untrennbare Einheit. Sexualität wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als ganzheitliche Erfahrung, die Körper, Geist und Gefühle einschliesst. Solosex ist somit ein Übungsfeld, in dem Menschen ihre eigene sexuelle Identität, ihre Erregungsmuster und Lustquellen erkunden können. Diese Selbsterfahrung stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper und hilft, Blockaden oder Ängste abzubauen.

Möchtest du mehr über meine Arbeit wissen? Dann schau gern auf meiner Webseite vorbei:

Ich habe nun kurz beschrieben, wie ich in der Praxis zum Thema Solosex arbeite und dabei bereits angedeutet, warum Solosex gesund sein kann. Im nächsten Abschnitt gehe ich genauer auf die gesundheitlichen Vorteile ein.

4. Solosex ist gesund und stärkt Körper und Geist

Solosex ist eine wertvolle und gesunde Praxis, die es ermöglicht, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und Lust achtsam zu erleben. Sie fördert körperliches Wohlbefinden und stärkt die emotionale Selbstwahrnehmung. Solosex schafft Raum für Autonomie und Selbstbestimmung, hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen und anzunehmen. In meiner Arbeit sehe ich, wie Menschen dadurch ein positives Körpergefühl entwickeln und mehr Freude an ihrer Sexualität gewinnen.

Wie Menschen Solosex praktizieren, ist sehr unterschiedlich. Manche nutzen sanfte Berührungen mit den Händen, andere intensivere Stimulationen oder Toys. Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass jede Person für sich entdeckt, was sich gut anfühlt. Diese Vielfalt macht Solosex zu einer wertvollen Erfahrung.

Die Art und Weise wie Menschen sich selbst befriedigen kann sehr unterschiedlich sein.
Foto von Inge Poelman auf Unsplash

5. Mit diesen Fragen entdeckst du dich selbst besser

Um deinen eigenen Zugang zu Solosex besser zu verstehen, kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Was motiviert mich, Solosex zu praktizieren?
  • Welche körperlichen und emotionalen Erfahrungen mache ich dabei?
  • Gibt es innere Blockaden oder Glaubenssätze, die mich daran hindern?
  • Wie nehme ich dabei meinen Körper wahr (z.B. Atmen, Spannung)

Kannst du alle Fragen beantworten? Vielleicht hilft es dir zuerst, dich selbst aufmerksam beim Solosex zu beobachten. Dabei ist es wichtig, dass du das mit einem Lächeln tust, denn ein Lächeln vermittelt deinem Gehirn Sicherheit und schafft eine positive Atmosphäre für deine Selbstreflexion.

Nun hoffe ich, dass dieser Blog dir gezeigt hat, wie wertvoll und gesund Solosex sein kann. Indem du dich selbst achtsam und neugierig erforschst, öffnest du einen Raum für mehr Lust, Autonomie und Selbstannahme. Trau dich deinen eigenen Weg zu gehen und deine Sexualität frei zu leben ohne Scham und mit einem liebevollen Blick auf dich selbst.

Trau dich deinen eigenen Weg zu gehen und deine Sexualität frei zu leben ohne Scham und mit einem liebevollen Blick auf dich selbst.
Foto von Lucija Ros auf Unsplash

Weitere Blogs findest du hier:

ein Portrait von Melina Dobroka

Melina Dobroka, Sexologin, Basel

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Zyklus 3

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

… kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (z.B. Familie, Schule, Sexualität, Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. (Beratung, Therapie, Selbsthilfe)

… kennen psychische Veränderungen in der Pubertät (z.B. verstärkte Scham und Befangenheit, veränderte Einstellung zum eigenen Körper, erwachendes sexuelles Interesse) und wissen, dass diese zur normalen Entwicklung gehören

… können Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Geschlecht und Rollenverhalten in der Gruppe formulieren und respektvoll diskutieren (z.B. Bedürfnisse, Kommunikation, Gleichberechtigung).

… können Darstellungen von Männer- und Frauenrollen sowie Sexualität in Medien auf Schönheitsideale und Rollenerwartungen analysieren und Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung kritisch betrachten.

…reflektieren eigene Erwartungen und Anspruche in ihrem Umfeld an Beziehungen, Freundschaften, Partnerschaft und Ehe.(Freundschaft, Partnerschaft, Ehe)

… verbinden Sexualität mit Partnerschaft, Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung und können sexuelle Orientierungen nichtdiskriminierend benennen. (Hetero-, Homosexualität)

… kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität und respektieren die Rechte anderer. (Selbstbestimmung, Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen)

… können Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen im Bereich Sexualität kritisch beurteilen. (Risiken, Übergriffe, Missbrauch, Pornografie, Promiskuität, Prostitution)

… verfügen über ein altersgemässes Grundwissen über die menschliche Fortpflanzung, sexuell übertragbare Krankheiten und Möglichkeiten zur Verhütung.

… kennen die Wirk- und Anwendungsweise verschiedener Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung und können deren Risiken und Nebenwirkungen vergleichen

… kennen Krankheiten, die häufig sexuell übertragen werden, und können erläutern, wie man sich davor schützt.

… wissen um die Verantwortung beider Geschlechter für Empfängnis und Verhütung.

…kennen altersgemässe Medien und Informationsquellen zur Sexualaufklärung.

…können Chancen und Risiken der Mediennutzung benennen und Konsequenzen für das eigene Verhalten ziehen (z.B. Vernetzung, Kommunikation, Cybermobbing, Schuldenfalle, Suchtpotential).

Folgende Themen ergeben sich aus diesen Kompetenzen:

  • Gruppenzwang
  • Pornografie: Umgang und Gefahren
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • erstes Mal
  • weitere

Themen für weiterführende Schulen:

  • Beziehungen
  • Lebensstile
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • sexuelle Rechte
  • Berufsspezifische Themen

Zyklus 2

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

…setzen sich mit dem Zusammenhang von Freundschaft, Liebe und Sexualität auseinander.
…können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (z.B. Zuneigung, Vertrauen, Gleichberechtigung)
… können über die zukünftige Entwicklung zu Frau und Mann nachdenken
… können Veränderungen des Körpers mit angemessenen Begriffen benennen. (Stimmbruch, Menstruation)
… verstehen Informationen zu Geschlechtsorganen, Zeugung, Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt. (Bau und Funktion der Geschlechtsorgane)
… erhalten die Möglichkeit Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern
… können Geschlechterrollen (z.B. Merkmale, Stereotypen, Verhalten) beschreiben und hinterfragen sowie Vorurteile und Klischees in Alltag und Medien erkennen
… können Vor- und Nachteile direkter Erfahrungen, durch Medien oder virtuell vermittelter Erfahrungen benennen und die persönliche Mediennutzung begründen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Pubertät (körperliche Veränderungen)
  • Menstruation
  • Erektion
  • erster Samenerguss
  • erster Kuss
  • Verliebtsein, Liebe
  • Beziehungen
  • Bedeutung von Sexualität
  • Pornografie: Umgang und Informationen
  • sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität
  • sexuelle Lust
  • Solosexualität (Selbstbefriedigung)

Zyklus 1

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Schüler:innen…

… können Unterschiede im Körperbau von Mädchen und Knaben mit angemessenen Begriffen benennen.
… können anhand von Beispielen Rollenverhalten beschreiben und vergleichen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Ich und mein Körper
  • Mädchen/Jungs
  • Gender
  • Freundschaft, Liebe