Übersicht
- Solosex statt Masturbation: Ein neuer Begriff für eine neue Sichtweise
- Warum ich das Thema Solosex und seine Gesundheit thematisiere
- Solosex als Übungsfeld in der Sexualtherapie
- Solosex ist gesund und stärkt Körper und Geist
- Mit diesen Fragen entdeckst du dich selbst besser
Das Thema Masturbation ist von Mythen und Tabus umgeben. Viele Menschen wachsen mit der Vorstellung auf, dass Selbstbefriedigung körperlich und/oder seelisch schädlich sein könnte. Diese Vorstellungen stammen oft aus kulturellen oder religiösen Prägungen, die Sexualität als etwas Verbotenes oder „Schmutziges“ darstellen. Deshalb ist es wichtig, diese Mythen kritisch zu hinterfragen und durch sachliche, offene Gespräche zu ersetzen.

1. Solosex statt Masturbation: Ein neuer Begriff für eine neue Sichtweise

In meiner Praxis nutze ich bewusst den Begriff Solosex, weil er weit mehr umfasst als nur die rein körperliche Stimulation. Solosex bedeutet, sich selbst mit allen Sinnen zu erforschen und die eigene Lust bewusst wahrzunehmen.
Foto von Ivan Stern auf Unsplash
Dabei geht es nicht einfach nur um „Sex mit sich selbst“, sondern um eine tiefere, ganzheitliche Verbindung zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität. Solosex schafft einen Raum, in dem Menschen ihre individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen kennenlernen und anerkennen können. Dieser Raum für Autonomie und Selbstbestimmung ist in unserem oft hektischen Alltag eine wichtige Ressource. Viele Menschen erleben dort zum ersten Mal, wie befreiend es sein kann, sich ohne äusseren Druck oder Erwartungen ganz auf sich selbst einzulassen.
2. Warum ich das Thema Solosex und seine Gesundheit thematisiere
Ich spreche das Thema Solosex bewusst an, weil es mir in meiner Arbeit als Sexualtherapeutin immer wieder begegnet, in Beratungen, Gesprächen mit Klient:innen, sowie in meinem persönlichen Umfeld. Viele Menschen fühlen sich verunsichert oder schämen sich, offen über ihre Lust und Solosex zu sprechen. Mythen und Tabus führen oft zu Schuldgefühlen und Unsicherheit. Mein Ziel ist es, diese Barrieren abzubauen und das Thema zu enttabuisieren. Ich möchte aufklären, ermutigen und zeigen, dass Solosex gesund ist, sprich auch die sexuelle Gesundheit fördert, und ein wertvolles Übungsfeld für Lust, Selbstwahrnehmung und Autonomie bietet. Dabei begleite ich Menschen, die durch Solosex lernen, ihre Sexualität frei und selbstbestimmt zu leben ohne Scham und mit einem liebevollen und positiven Körpergefühl.
Dazu habe ich auch bereits einen anderen Blog zum Thema Solosex geschrieben.
3. Solosex als Übungsfeld in der Sexualtherapie
Das Modell Sexocorporel ist eine wertvolle Grundlage in meiner Arbeit. Es verbindet die körperliche (corporel) und die sexuelle (sexo) Dimension als untrennbare Einheit. Sexualität wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als ganzheitliche Erfahrung, die Körper, Geist und Gefühle einschliesst. Solosex ist somit ein Übungsfeld, in dem Menschen ihre eigene sexuelle Identität, ihre Erregungsmuster und Lustquellen erkunden können. Diese Selbsterfahrung stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper und hilft, Blockaden oder Ängste abzubauen.
Möchtest du mehr über meine Arbeit wissen? Dann schau gern auf meiner Webseite vorbei:
Ich habe nun kurz beschrieben, wie ich in der Praxis zum Thema Solosex arbeite und dabei bereits angedeutet, warum Solosex gesund sein kann. Im nächsten Abschnitt gehe ich genauer auf die gesundheitlichen Vorteile ein.
4. Solosex ist gesund und stärkt Körper und Geist
Solosex ist eine wertvolle und gesunde Praxis, die es ermöglicht, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und Lust achtsam zu erleben. Sie fördert körperliches Wohlbefinden und stärkt die emotionale Selbstwahrnehmung. Solosex schafft Raum für Autonomie und Selbstbestimmung, hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen und anzunehmen. In meiner Arbeit sehe ich, wie Menschen dadurch ein positives Körpergefühl entwickeln und mehr Freude an ihrer Sexualität gewinnen.
Wie Menschen Solosex praktizieren, ist sehr unterschiedlich. Manche nutzen sanfte Berührungen mit den Händen, andere intensivere Stimulationen oder Toys. Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass jede Person für sich entdeckt, was sich gut anfühlt. Diese Vielfalt macht Solosex zu einer wertvollen Erfahrung.

5. Mit diesen Fragen entdeckst du dich selbst besser
Um deinen eigenen Zugang zu Solosex besser zu verstehen, kannst du dir folgende Fragen stellen:
- Was motiviert mich, Solosex zu praktizieren?
- Welche körperlichen und emotionalen Erfahrungen mache ich dabei?
- Gibt es innere Blockaden oder Glaubenssätze, die mich daran hindern?
- Wie nehme ich dabei meinen Körper wahr (z.B. Atmen, Spannung)
Kannst du alle Fragen beantworten? Vielleicht hilft es dir zuerst, dich selbst aufmerksam beim Solosex zu beobachten. Dabei ist es wichtig, dass du das mit einem Lächeln tust, denn ein Lächeln vermittelt deinem Gehirn Sicherheit und schafft eine positive Atmosphäre für deine Selbstreflexion.
Nun hoffe ich, dass dieser Blog dir gezeigt hat, wie wertvoll und gesund Solosex sein kann. Indem du dich selbst achtsam und neugierig erforschst, öffnest du einen Raum für mehr Lust, Autonomie und Selbstannahme. Trau dich deinen eigenen Weg zu gehen und deine Sexualität frei zu leben ohne Scham und mit einem liebevollen Blick auf dich selbst.

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