Sexuelle Gesundheit: Warum sie für alle Altersgruppen wichtig ist

Übersicht

  1. Was bedeutet sexuelle Gesundheit?
  2. Sexuelle Bildung für Kinder: Ein oft unterschätztes Recht
  3. Sexuelle Mythen und ihre Auswirkungen
  4. Sexuelle Gesundheit in der Praxis
  5. Sexuelle Gesundheit verdient Aufmerksamkeit

Wenn wir von Gesundheit sprechen, dürfen wir sie als eines unserer höchsten Güter betrachten. Oftmals beschäftigen wir uns erst mit diesem Thema, wenn wir krank werden oder bereits erkrankt sind. Der Winter steht vor der Tür, kühle Temperaturen und kürzere Tage machen deutlich, wie wichtig es ist, auf sich zu achten. In diesem Blog möchte ich als Sexologin meine Gedanken zur sexuellen Gesundheit teilen und so für ein wenig gedankliche Wärme sorgen.

Sexuelle Gesundheit ist eine Grundlage meiner Arbeit als Sexologin.
Sexuelle Gesundheit ist eine Grundlage meiner Arbeit als Sexologin.

1. Was bedeutet sexuelle Gesundheit?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich weltweit mit zahlreichen gesundheitlichen Aspekten. Dabei definiert sie sexuelle Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als körperliches, emotionales, geistiges und soziales Wohlbefinden in Bezug auf Sexualität.

Die WHO beschreibt sexuelle Gesundheit als eine positive und respektvolle Herangehensweise an Sexualität und sexuelle Beziehungen sowie die Möglichkeit für lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen, frei von Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt.

Beim Lesen wird deutlich, dass sexuelle Gesundheit die Erhaltung der Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. Positive Aspekte wie Lust, Nähe und Selbstwahrnehmung stehen im Vordergrund, während Krankheitsentstehung im Alltag meist stärker fokussiert wird. Grundlegend sind auch Rechte auf sexuelle Information und das Recht auf Lust, die allen Menschen zustehen.

2. Sexuelle Bildung für Kinder: Ein oft unterschätztes Recht

In meiner Arbeit mit Kindern stelle ich immer wieder fest, dass ihnen Neugier und Lust auf Wissen zur Sexualität oft abgesprochen wird, weil Erwachsene sie für „nicht reif genug“ halten. Dabei ist es möglich, sie altersgerecht zu informieren und zu begleiten. Fehlende sexuelle Bildung kann sich später bei Jugendlichen und Erwachsenen bemerkbar machen und zu Unsicherheiten, Scham oder Mythen führen.

Möchtest du mehr über sexualpädagogische Einsätze wissen? Hier sind meine Angebote dazu:

Wir fühlen uns sicher, werden mutiger und können unser authentisches Selbst zeigen.
Wir fühlen uns sicher, werden mutiger und können unser authentisches Selbst zeigen.

3. Sexuelle Mythen und ihre Auswirkungen

Es gibt zahlreiche Mythen über Sexualität, die unser Verhalten und Selbstbild beeinflussen. Ein häufiges Beispiel ist, dass Männer* immer Lust auf Sex haben. Wissenschaftlich zeigt sich, dass Lustlosigkeit tatsächlich häufiger Frauen* betrifft. Gleichzeitig entsteht dadurch gesellschaftlicher Druck auf Männer*, der oft zu Scham und sexueller Blockade führt.

Weitere Mythen, die ich in meiner Praxis in Basel immer wieder antreffe, sind:

  • Nur Frauen* täuschen einen Orgasmus vor
  • Beim ersten Sex reisst das Jungfernhäutchen
  • Je grösser der Penis, desto besser der Sex
  • Übermässiges Onanieren kann zur Sucht führen

Diese Mythen führen dazu, dass viele Menschen leiden, sowohl Frauen*, denen Lust oft abgesprochen wird, als auch Männer*, die sich verpflichtet fühlen, funktionieren zu müssen.

4. Sexuelle Gesundheit in der Praxis

In meiner Praxis begleite ich Menschen jeden Alters, die sexuelle Funktionsstörungen, Lustlosigkeit oder Unsicherheiten erleben. Durch Gespräche, Übungen und Aufklärung können Betroffene ihre Selbstwahrnehmung stärken, Grenzen erkennen und ihre Sexualität wieder lustvoll und sicher erleben.

Sexualität ist ein gestaltbarer Entwicklungsprozess. Ein sicherer Raum, in dem Körper, Geist und Gefühle wahrgenommen werden, ermöglicht nicht nur körperliches Wohlbefinden, sondern auch emotionale Nähe und erfüllende Begegnungen mit anderen.

Möchtest du mehr über mein Beratungsangebot erfahren? Folge dem Link:

Die Perimenopause verändert nicht nur den Körper, sondern auch die Sexualität. Erfahre, warum das so ist, welche Chancen in dieser Phase liegen und wie du deine Lust neu entdecken kannst.

5. Sexuelle Gesundheit verdient Aufmerksamkeit

Sexuelle Gesundheit ist ein Thema, das alle Menschen betrifft, unabhängig von Alter oder Lebensphase. Sie sollte als positives Gut betrachtet werden, das gepflegt, genossen und kontinuierlich weiterentwickelt werden kann, wie eine exquisite Praline, die ein Leben lang haltbar ist.

Wenn wir sexuelle Gesundheit ernst nehmen, können wir nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern auch Lust, Nähe, Selbstbewusstsein und Lebensfreude fördern. Ebenso wichtig ist es, Mythen zu hinterfragen, offene Gespräche zu führen und Rechte auf Lust und Information zu stärken.

Möchtest du weitere Blogs lesen? Hier mehr dazu:

ein Portrait von Melina Dobroka

Melina Dobroka, Sexologin, Basel

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Zyklus 3

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

… kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (z.B. Familie, Schule, Sexualität, Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. (Beratung, Therapie, Selbsthilfe)

… kennen psychische Veränderungen in der Pubertät (z.B. verstärkte Scham und Befangenheit, veränderte Einstellung zum eigenen Körper, erwachendes sexuelles Interesse) und wissen, dass diese zur normalen Entwicklung gehören

… können Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Geschlecht und Rollenverhalten in der Gruppe formulieren und respektvoll diskutieren (z.B. Bedürfnisse, Kommunikation, Gleichberechtigung).

… können Darstellungen von Männer- und Frauenrollen sowie Sexualität in Medien auf Schönheitsideale und Rollenerwartungen analysieren und Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung kritisch betrachten.

…reflektieren eigene Erwartungen und Anspruche in ihrem Umfeld an Beziehungen, Freundschaften, Partnerschaft und Ehe.(Freundschaft, Partnerschaft, Ehe)

… verbinden Sexualität mit Partnerschaft, Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung und können sexuelle Orientierungen nichtdiskriminierend benennen. (Hetero-, Homosexualität)

… kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität und respektieren die Rechte anderer. (Selbstbestimmung, Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen)

… können Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen im Bereich Sexualität kritisch beurteilen. (Risiken, Übergriffe, Missbrauch, Pornografie, Promiskuität, Prostitution)

… verfügen über ein altersgemässes Grundwissen über die menschliche Fortpflanzung, sexuell übertragbare Krankheiten und Möglichkeiten zur Verhütung.

… kennen die Wirk- und Anwendungsweise verschiedener Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung und können deren Risiken und Nebenwirkungen vergleichen

… kennen Krankheiten, die häufig sexuell übertragen werden, und können erläutern, wie man sich davor schützt.

… wissen um die Verantwortung beider Geschlechter für Empfängnis und Verhütung.

…kennen altersgemässe Medien und Informationsquellen zur Sexualaufklärung.

…können Chancen und Risiken der Mediennutzung benennen und Konsequenzen für das eigene Verhalten ziehen (z.B. Vernetzung, Kommunikation, Cybermobbing, Schuldenfalle, Suchtpotential).

Folgende Themen ergeben sich aus diesen Kompetenzen:

  • Gruppenzwang
  • Pornografie: Umgang und Gefahren
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • erstes Mal
  • weitere

Themen für weiterführende Schulen:

  • Beziehungen
  • Lebensstile
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • sexuelle Rechte
  • Berufsspezifische Themen

Zyklus 2

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

…setzen sich mit dem Zusammenhang von Freundschaft, Liebe und Sexualität auseinander.
…können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (z.B. Zuneigung, Vertrauen, Gleichberechtigung)
… können über die zukünftige Entwicklung zu Frau und Mann nachdenken
… können Veränderungen des Körpers mit angemessenen Begriffen benennen. (Stimmbruch, Menstruation)
… verstehen Informationen zu Geschlechtsorganen, Zeugung, Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt. (Bau und Funktion der Geschlechtsorgane)
… erhalten die Möglichkeit Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern
… können Geschlechterrollen (z.B. Merkmale, Stereotypen, Verhalten) beschreiben und hinterfragen sowie Vorurteile und Klischees in Alltag und Medien erkennen
… können Vor- und Nachteile direkter Erfahrungen, durch Medien oder virtuell vermittelter Erfahrungen benennen und die persönliche Mediennutzung begründen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Pubertät (körperliche Veränderungen)
  • Menstruation
  • Erektion
  • erster Samenerguss
  • erster Kuss
  • Verliebtsein, Liebe
  • Beziehungen
  • Bedeutung von Sexualität
  • Pornografie: Umgang und Informationen
  • sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität
  • sexuelle Lust
  • Solosexualität (Selbstbefriedigung)

Zyklus 1

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Schüler:innen…

… können Unterschiede im Körperbau von Mädchen und Knaben mit angemessenen Begriffen benennen.
… können anhand von Beispielen Rollenverhalten beschreiben und vergleichen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Ich und mein Körper
  • Mädchen/Jungs
  • Gender
  • Freundschaft, Liebe