Übersicht
- Was bedeutet sexuelle Gesundheit?
- Sexuelle Bildung für Kinder: Ein oft unterschätztes Recht
- Sexuelle Mythen und ihre Auswirkungen
- Sexuelle Gesundheit in der Praxis
- Sexuelle Gesundheit verdient Aufmerksamkeit
Wenn wir von Gesundheit sprechen, dürfen wir sie als eines unserer höchsten Güter betrachten. Oftmals beschäftigen wir uns erst mit diesem Thema, wenn wir krank werden oder bereits erkrankt sind. Der Winter steht vor der Tür, kühle Temperaturen und kürzere Tage machen deutlich, wie wichtig es ist, auf sich zu achten. In diesem Blog möchte ich als Sexologin meine Gedanken zur sexuellen Gesundheit teilen und so für ein wenig gedankliche Wärme sorgen.

1. Was bedeutet sexuelle Gesundheit?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich weltweit mit zahlreichen gesundheitlichen Aspekten. Dabei definiert sie sexuelle Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als körperliches, emotionales, geistiges und soziales Wohlbefinden in Bezug auf Sexualität.
Die WHO beschreibt sexuelle Gesundheit als eine positive und respektvolle Herangehensweise an Sexualität und sexuelle Beziehungen sowie die Möglichkeit für lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen, frei von Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt.
Beim Lesen wird deutlich, dass sexuelle Gesundheit die Erhaltung der Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. Positive Aspekte wie Lust, Nähe und Selbstwahrnehmung stehen im Vordergrund, während Krankheitsentstehung im Alltag meist stärker fokussiert wird. Grundlegend sind auch Rechte auf sexuelle Information und das Recht auf Lust, die allen Menschen zustehen.
2. Sexuelle Bildung für Kinder: Ein oft unterschätztes Recht
In meiner Arbeit mit Kindern stelle ich immer wieder fest, dass ihnen Neugier und Lust auf Wissen zur Sexualität oft abgesprochen wird, weil Erwachsene sie für „nicht reif genug“ halten. Dabei ist es möglich, sie altersgerecht zu informieren und zu begleiten. Fehlende sexuelle Bildung kann sich später bei Jugendlichen und Erwachsenen bemerkbar machen und zu Unsicherheiten, Scham oder Mythen führen.
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3. Sexuelle Mythen und ihre Auswirkungen
Es gibt zahlreiche Mythen über Sexualität, die unser Verhalten und Selbstbild beeinflussen. Ein häufiges Beispiel ist, dass Männer* immer Lust auf Sex haben. Wissenschaftlich zeigt sich, dass Lustlosigkeit tatsächlich häufiger Frauen* betrifft. Gleichzeitig entsteht dadurch gesellschaftlicher Druck auf Männer*, der oft zu Scham und sexueller Blockade führt.
Weitere Mythen, die ich in meiner Praxis in Basel immer wieder antreffe, sind:
- Nur Frauen* täuschen einen Orgasmus vor
- Beim ersten Sex reisst das Jungfernhäutchen
- Je grösser der Penis, desto besser der Sex
- Übermässiges Onanieren kann zur Sucht führen
Diese Mythen führen dazu, dass viele Menschen leiden, sowohl Frauen*, denen Lust oft abgesprochen wird, als auch Männer*, die sich verpflichtet fühlen, funktionieren zu müssen.
4. Sexuelle Gesundheit in der Praxis
In meiner Praxis begleite ich Menschen jeden Alters, die sexuelle Funktionsstörungen, Lustlosigkeit oder Unsicherheiten erleben. Durch Gespräche, Übungen und Aufklärung können Betroffene ihre Selbstwahrnehmung stärken, Grenzen erkennen und ihre Sexualität wieder lustvoll und sicher erleben.
Sexualität ist ein gestaltbarer Entwicklungsprozess. Ein sicherer Raum, in dem Körper, Geist und Gefühle wahrgenommen werden, ermöglicht nicht nur körperliches Wohlbefinden, sondern auch emotionale Nähe und erfüllende Begegnungen mit anderen.
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5. Sexuelle Gesundheit verdient Aufmerksamkeit
Sexuelle Gesundheit ist ein Thema, das alle Menschen betrifft, unabhängig von Alter oder Lebensphase. Sie sollte als positives Gut betrachtet werden, das gepflegt, genossen und kontinuierlich weiterentwickelt werden kann, wie eine exquisite Praline, die ein Leben lang haltbar ist.
Wenn wir sexuelle Gesundheit ernst nehmen, können wir nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern auch Lust, Nähe, Selbstbewusstsein und Lebensfreude fördern. Ebenso wichtig ist es, Mythen zu hinterfragen, offene Gespräche zu führen und Rechte auf Lust und Information zu stärken.
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