Übersicht
- Mein erster Kontakt mit Slow Sex
- Slow Sex: Achtsamkeit statt Tempo
- Vom OrgasMUS(S) zum OrgasKANN
- Verbindung zu Sexocorporel in meiner Praxis
- Sexualität als gestaltbarer Entwicklungsprozess
- Kleine Übungen für den Alltag
- Buchempfehlungen
Am letzten Wochenende habe ich eine „alte Bekanntschaft“ wieder aufgefrischt: Slow Sex. Doch was genau ist Slow Sex, und wozu kann diese Praxis in der heutigen hektischen Zeit nützlich sein? In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie Slow Sex Paaren und Einzelpersonen helfen kann, bewusster und achtsamer Sexualität zu erleben.
Ist es für dich auch ein anliegen, deine Sexualität bewusster und achtsamer zu leben? Darüber können wir in einer Beratungssitzung sprechen!

1. Mein erster Kontakt mit Slow Sex
Leicht angespannt startete ich das Zoom-Meeting. Gerade vom Spielplatz direkt vor den Bildschirm, eine kleine Leistung, die mich schon stolz machte! Christian Schumacher und Hella Suderow waren zu Gast bei einer Inputreihe des Embodiment Instituts und Sexologie in Berlin. Schon nach den ersten Minuten übertrug sich ihre Ruhe und Gelassenheit auf mich, und ich merkte, wie sich Anspannung langsam löste. Dieses Erlebnis möchte ich mit dir teilen.
Christian und Hella bieten Paaren in ihren „Making-Love Retreats“ neue Zugänge zu ihrer Sexualität. Dabei steht Slow Sex im Mittelpunkt. Das ist ein Konzept, das weit mehr als nur Langsamkeit bedeutet.

2. Slow Sex: Achtsamkeit statt Tempo
Der Begriff Slow Sex hat nicht primär mit Geschwindigkeit zu tun, sondern mit Achtsamkeit. Christian erklärt: „In der Achtsamkeit wird der Körper wahrgenommen und somit ist Langsamkeit ein Nebenprodukt.“ Slow Sex entstand in den USA parallel zur Slow-Food-Bewegung und wurde durch Diana Richardson bekannt gemacht. Christian und Hella haben diese Methode übernommen und in ihre Arbeit integriert.
Hella betont, dass Slow Sex keine Technik ist. Es gibt kein Schema, das man erfüllen muss, um mehr zu spüren. Vielmehr ist es ein individueller Prozess, der bei jedem Menschen anders verläuft. Das Faszinierende: Beim Slow Sex steht nicht der „OrgasMUS(S)“ im Vordergrund, sondern das Erleben, Spüren und die Begegnung selbst.

3. Vom OrgasMUS(S) zum OrgasKANN
Gerade in langjährigen Partnerschaften oder in Familien mit Kindern kann Slow Sex ein Weg zurück ins eigene Körpergefühl sein. Aus dem Leistungsdruck eines „muss-Orgasmus“ wird ein entspanntes „OrgasKANN“. Dieser Wandel reduziert den Leidensdruck vieler Menschen, die sich in ihrer Sexualität blockiert oder gestresst fühlen. Neue Türen öffnen sich, und Sexualität wird wieder lustvoll, verbindend und erfüllend.
Teilnehmende der Retreats berichten, wie befreiend diese Erfahrung sein kann. Sie lernen, wieder bewusster zu spüren, ohne Erwartungen erfüllen zu müssen. Das ist ein zentraler Schritt zu mehr Nähe und Selbstvertrauen.
4. Verbindung zu Sexocorporel in meiner Praxis
Auch im Modell Sexocorporel, mit dem ich in meiner Praxis in Basel arbeite, steht das körperliche Erleben im Mittelpunkt. Viele Menschen kommen gestresst aus ihrem Alltag und berichten von Belastungen in Beziehungen, die sich auf das Selbst und die Sexualität auswirken.
Slow Sex und sexologische Methoden helfen, eigene Grenzen wahrzunehmen und zu wahren. Durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper entsteht ein Raum, in dem Nähe, Distanz und Lust bewusst erlebt werden können. So kann Sexualität nicht nur erfüllend, sondern auch heilend und stärkend sein.

5. Sexualität als gestaltbarer Entwicklungsprozess
Ich sehe Sexualität als einen lebendigen Entwicklungsprozess, der bewusst gestaltet werden kann. Ein sicherer Raum ermöglicht es, den Körper zu entspannen, ins Spüren zu kommen und anderen Menschen authentisch zu begegnen. Begegnung, Achtsamkeit und gemeinsames Erleben machen Sexualität wieder bereichernd und dies ist unabhängig von Alter, Beziehung(en) oder bisherigen Erfahrungen.
6. Kleine Übungen für den Alltag
Wie fühlst du dich jetzt? Nimm deine Füsse wahr? Spüre deine Atmung. Diese kleinen Übungen helfen, mehr Präsenz und Leichtigkeit in den Alltag und in sexuelle Begegnungen zu bringen. Slow Sex kann ein Einstieg in ein bewussteres, entspannteres Körpergefühl sein, das den Genuss und die Nähe stärkt.
Brauchst du auf diesem Weg Unterstützung? Dann melde dich bei mir!
7. Buchempfehlungen
Für alle, die tiefer in das Thema einsteigen möchten, empfehle ich:
- Slow Sex – Zeit finden für die Liebe von Diana Richardson
- Wenn Sex intim wird von Dr. Krishnananda Trobe und Amana Trobe, Innenwelt Verlag
Slow Sex ist kein Trend, sondern eine Einladung, Sexualität achtsam, individuell und lustvoll zu erleben. Es reduziert Druck, stärkt Nähe und unterstützt die persönliche Entwicklung. Mit einfachen Übungen im Alltag und bewusster Präsenz kann jeder Schritt für Schritt das eigene „Leuchten“ zurückgewinnen.
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