Slow Sex: Mehr Achtsamkeit und Begegnung in der Sexualität

Übersicht

  1. Mein erster Kontakt mit Slow Sex
  2. Slow Sex: Achtsamkeit statt Tempo
  3. Vom OrgasMUS(S) zum OrgasKANN
  4. Verbindung zu Sexocorporel in meiner Praxis
  5. Sexualität als gestaltbarer Entwicklungsprozess
  6. Kleine Übungen für den Alltag
  7. Buchempfehlungen

Am letzten Wochenende habe ich eine „alte Bekanntschaft“ wieder aufgefrischt: Slow Sex. Doch was genau ist Slow Sex, und wozu kann diese Praxis in der heutigen hektischen Zeit nützlich sein? In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie Slow Sex Paaren und Einzelpersonen helfen kann, bewusster und achtsamer Sexualität zu erleben.

Ist es für dich auch ein anliegen, deine Sexualität bewusster und achtsamer zu leben? Darüber können wir in einer Beratungssitzung sprechen!

Slow Sex bietet neue Möglichkeiten für deine Sexualität.
Slow Sex bietet neue Möglichkeiten für deine Sexualität.

1. Mein erster Kontakt mit Slow Sex

Leicht angespannt startete ich das Zoom-Meeting. Gerade vom Spielplatz direkt vor den Bildschirm, eine kleine Leistung, die mich schon stolz machte! Christian Schumacher und Hella Suderow waren zu Gast bei einer Inputreihe des Embodiment Instituts und Sexologie in Berlin. Schon nach den ersten Minuten übertrug sich ihre Ruhe und Gelassenheit auf mich, und ich merkte, wie sich Anspannung langsam löste. Dieses Erlebnis möchte ich mit dir teilen.

Christian und Hella bieten Paaren in ihren Making-Love Retreats neue Zugänge zu ihrer Sexualität. Dabei steht Slow Sex im Mittelpunkt. Das ist ein Konzept, das weit mehr als nur Langsamkeit bedeutet.

Wir beleuchten im Workshop, wie es gelingen kann, trotz aller Anforderungen als Eltern in Kontakt zu bleiben.

2. Slow Sex: Achtsamkeit statt Tempo

Der Begriff Slow Sex hat nicht primär mit Geschwindigkeit zu tun, sondern mit Achtsamkeit. Christian erklärt: „In der Achtsamkeit wird der Körper wahrgenommen und somit ist Langsamkeit ein Nebenprodukt.“ Slow Sex entstand in den USA parallel zur Slow-Food-Bewegung und wurde durch Diana Richardson bekannt gemacht. Christian und Hella haben diese Methode übernommen und in ihre Arbeit integriert.

Hella betont, dass Slow Sex keine Technik ist. Es gibt kein Schema, das man erfüllen muss, um mehr zu spüren. Vielmehr ist es ein individueller Prozess, der bei jedem Menschen anders verläuft. Das Faszinierende: Beim Slow Sex steht nicht der „OrgasMUS(S)“ im Vordergrund, sondern das Erleben, Spüren und die Begegnung selbst.

Sexualität ist keine Fähigkeit, die du hast oder nicht. Sie ist eine lebendige Erfahrung, die sich wandelt.

3. Vom OrgasMUS(S) zum OrgasKANN

Gerade in langjährigen Partnerschaften oder in Familien mit Kindern kann Slow Sex ein Weg zurück ins eigene Körpergefühl sein. Aus dem Leistungsdruck eines „muss-Orgasmus“ wird ein entspanntes „OrgasKANN“. Dieser Wandel reduziert den Leidensdruck vieler Menschen, die sich in ihrer Sexualität blockiert oder gestresst fühlen. Neue Türen öffnen sich, und Sexualität wird wieder lustvoll, verbindend und erfüllend.

Teilnehmende der Retreats berichten, wie befreiend diese Erfahrung sein kann. Sie lernen, wieder bewusster zu spüren, ohne Erwartungen erfüllen zu müssen. Das ist ein zentraler Schritt zu mehr Nähe und Selbstvertrauen.

4. Verbindung zu Sexocorporel in meiner Praxis

Auch im Modell Sexocorporel, mit dem ich in meiner Praxis in Basel arbeite, steht das körperliche Erleben im Mittelpunkt. Viele Menschen kommen gestresst aus ihrem Alltag und berichten von Belastungen in Beziehungen, die sich auf das Selbst und die Sexualität auswirken.

Slow Sex und sexologische Methoden helfen, eigene Grenzen wahrzunehmen und zu wahren. Durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper entsteht ein Raum, in dem Nähe, Distanz und Lust bewusst erlebt werden können. So kann Sexualität nicht nur erfüllend, sondern auch heilend und stärkend sein.

Dieser Workshop richtet sich an alle Eltern, die ihre Sexualität lebendiger und bewusster gestalten möchten.

5. Sexualität als gestaltbarer Entwicklungsprozess

Ich sehe Sexualität als einen lebendigen Entwicklungsprozess, der bewusst gestaltet werden kann. Ein sicherer Raum ermöglicht es, den Körper zu entspannen, ins Spüren zu kommen und anderen Menschen authentisch zu begegnen. Begegnung, Achtsamkeit und gemeinsames Erleben machen Sexualität wieder bereichernd und dies ist unabhängig von Alter, Beziehung(en) oder bisherigen Erfahrungen.

6. Kleine Übungen für den Alltag

Wie fühlst du dich jetzt? Nimm deine Füsse wahr? Spüre deine Atmung. Diese kleinen Übungen helfen, mehr Präsenz und Leichtigkeit in den Alltag und in sexuelle Begegnungen zu bringen. Slow Sex kann ein Einstieg in ein bewussteres, entspannteres Körpergefühl sein, das den Genuss und die Nähe stärkt.

Brauchst du auf diesem Weg Unterstützung? Dann melde dich bei mir!

7. Buchempfehlungen

Für alle, die tiefer in das Thema einsteigen möchten, empfehle ich:

  • Slow Sex – Zeit finden für die Liebe von Diana Richardson
  • Wenn Sex intim wird von Dr. Krishnananda Trobe und Amana Trobe, Innenwelt Verlag

Slow Sex ist kein Trend, sondern eine Einladung, Sexualität achtsam, individuell und lustvoll zu erleben. Es reduziert Druck, stärkt Nähe und unterstützt die persönliche Entwicklung. Mit einfachen Übungen im Alltag und bewusster Präsenz kann jeder Schritt für Schritt das eigene „Leuchten“ zurückgewinnen.

Möchtest du weitere Blogs lesen? Hier gehts weiter:

ein Portrait von Melina Dobroka

Melina Dobroka, Sexologin, Basel

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Zyklus 3

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

… kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (z.B. Familie, Schule, Sexualität, Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. (Beratung, Therapie, Selbsthilfe)

… kennen psychische Veränderungen in der Pubertät (z.B. verstärkte Scham und Befangenheit, veränderte Einstellung zum eigenen Körper, erwachendes sexuelles Interesse) und wissen, dass diese zur normalen Entwicklung gehören

… können Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Geschlecht und Rollenverhalten in der Gruppe formulieren und respektvoll diskutieren (z.B. Bedürfnisse, Kommunikation, Gleichberechtigung).

… können Darstellungen von Männer- und Frauenrollen sowie Sexualität in Medien auf Schönheitsideale und Rollenerwartungen analysieren und Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung kritisch betrachten.

…reflektieren eigene Erwartungen und Anspruche in ihrem Umfeld an Beziehungen, Freundschaften, Partnerschaft und Ehe.(Freundschaft, Partnerschaft, Ehe)

… verbinden Sexualität mit Partnerschaft, Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung und können sexuelle Orientierungen nichtdiskriminierend benennen. (Hetero-, Homosexualität)

… kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität und respektieren die Rechte anderer. (Selbstbestimmung, Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen)

… können Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen im Bereich Sexualität kritisch beurteilen. (Risiken, Übergriffe, Missbrauch, Pornografie, Promiskuität, Prostitution)

… verfügen über ein altersgemässes Grundwissen über die menschliche Fortpflanzung, sexuell übertragbare Krankheiten und Möglichkeiten zur Verhütung.

… kennen die Wirk- und Anwendungsweise verschiedener Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung und können deren Risiken und Nebenwirkungen vergleichen

… kennen Krankheiten, die häufig sexuell übertragen werden, und können erläutern, wie man sich davor schützt.

… wissen um die Verantwortung beider Geschlechter für Empfängnis und Verhütung.

…kennen altersgemässe Medien und Informationsquellen zur Sexualaufklärung.

…können Chancen und Risiken der Mediennutzung benennen und Konsequenzen für das eigene Verhalten ziehen (z.B. Vernetzung, Kommunikation, Cybermobbing, Schuldenfalle, Suchtpotential).

Folgende Themen ergeben sich aus diesen Kompetenzen:

  • Gruppenzwang
  • Pornografie: Umgang und Gefahren
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • erstes Mal
  • weitere

Themen für weiterführende Schulen:

  • Beziehungen
  • Lebensstile
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • sexuelle Rechte
  • Berufsspezifische Themen

Zyklus 2

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

…setzen sich mit dem Zusammenhang von Freundschaft, Liebe und Sexualität auseinander.
…können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (z.B. Zuneigung, Vertrauen, Gleichberechtigung)
… können über die zukünftige Entwicklung zu Frau und Mann nachdenken
… können Veränderungen des Körpers mit angemessenen Begriffen benennen. (Stimmbruch, Menstruation)
… verstehen Informationen zu Geschlechtsorganen, Zeugung, Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt. (Bau und Funktion der Geschlechtsorgane)
… erhalten die Möglichkeit Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern
… können Geschlechterrollen (z.B. Merkmale, Stereotypen, Verhalten) beschreiben und hinterfragen sowie Vorurteile und Klischees in Alltag und Medien erkennen
… können Vor- und Nachteile direkter Erfahrungen, durch Medien oder virtuell vermittelter Erfahrungen benennen und die persönliche Mediennutzung begründen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Pubertät (körperliche Veränderungen)
  • Menstruation
  • Erektion
  • erster Samenerguss
  • erster Kuss
  • Verliebtsein, Liebe
  • Beziehungen
  • Bedeutung von Sexualität
  • Pornografie: Umgang und Informationen
  • sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität
  • sexuelle Lust
  • Solosexualität (Selbstbefriedigung)

Zyklus 1

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Schüler:innen…

… können Unterschiede im Körperbau von Mädchen und Knaben mit angemessenen Begriffen benennen.
… können anhand von Beispielen Rollenverhalten beschreiben und vergleichen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Ich und mein Körper
  • Mädchen/Jungs
  • Gender
  • Freundschaft, Liebe