Genitalien kennenlernen: Die Vulva richtig benennen

Übersicht

  1. Die Vulva: Das weibliche Genital richtig benennen
  2. Warum die richtige Benennung wichtig ist
  3. Die äusseren Komponenten der Vulva
  4. Vulva bewusst wahrnehmen

In diesem Moment wird mir beim Schreiben bewusst, wie entscheidend die richtige Wortwahl ist. Wörter besitzen Macht und beeinflussen unser Denken, Verhalten und unsere Gefühle. Sie prägen, wie wir uns selbst wahrnehmen und wie wir unsere sexuelle Gesundheit erleben. Deshalb ist es mir besonders wichtig, die korrekten Begriffe zu verwenden, damit du als Leser:in genau nachvollziehen kannst, was ich meine.

In Anlehnung an meinen letzten Blogbeitrag zum Thema „Wie kann ich mein Genital kennenlernen?“ möchte ich mich in diesem Artikel speziell den weiblichen Genitalien widmen. Der Fokus liegt auf der Vulva, während die männlichen Genitalien in einem zweiten Teil behandelt werden. Viele Menschen verwenden fragwürdige oder verniedlichende Bezeichnungen für ihre Geschlechtsorgane. Genau diese Begriffe sollten überdacht und durch sachlich korrekte Ausdrücke ersetzt werden.

Die Vulva ist das weibliche Genital.

1. Die Vulva: Das weibliche Genital richtig benennen

Das weibliche Genital wird als Vulva bezeichnet. Mit diesem Begriff ist der gesamte äussere Teil des Genitals gemeint, der sichtbar ist und eine wichtige Schutzfunktion für die inneren Organe erfüllt. Der innere Teil der Vulva umfasst die Eierstöcke, die Eileiter, den Uterus mit Gebärmutterhals und die Vagina, die für Menstruation, Geschlechtsverkehr und Fortpflanzung essenziell sind.

Darüber hinaus besteht die Vulva aus weiteren wichtigen Komponenten, die für das Verständnis der Anatomie und für das sexuelle Empfinden von zentraler Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Vulvalippen (große und kleine), die Klitoris, ein hochsensibles Lustorgan, und der Venushügel, der die Vulva oberhalb schützt. Jede dieser Strukturen trägt dazu bei, dass das weibliche Genital sowohl funktional als auch empfindsam ist und eine zentrale Rolle in der sexuellen Selbstwahrnehmung und im Körperbewusstsein einnimmt.

eine Abbildung verschiedener Ausprägungen des Jungfernhäutchens

2. Warum die richtige Benennung wichtig ist

In meinen Therapiegesprächen in Basel fällt mir immer wieder auf, dass der Begriff „Vulva“ vielen Menschen noch fremd ist. Stattdessen werden oft veraltete, verniedlichende oder sogar abwertende Ausdrücke verwendet, was die Beziehung zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität negativ beeinflussen kann. Eine klare, sachliche Bezeichnung unterstützt nicht nur die Selbstwahrnehmung, das Körperbewusstsein und die sexuelle Selbstbestimmung, sondern fördert auch ein gesundes Verhältnis zu Lust und Intimität. Menschen, die ihr Genital korrekt benennen und kennenlernen, berichten häufig von mehr Selbstvertrauen, einer bewussteren Wahrnehmung ihrer Empfindungen und einem offeneren Umgang mit ihrer Sexualität.

Wenn wir die Vulva korrekt benennen, können wir:

  • Den eigenen Körper besser kennenlernen
  • Eine positive Beziehung zum eigenen Genital aufbauen
  • Sexualität bewusst und gesund erleben
eine Abbildung des Intimbereichs einer Frau mit Beschreibungen

Wie nennst du dein Genital? Wie hast du es gelernt? Möchtest du deinen Bezug zu deiner Vulva verbessern? Dann melde dich bei mir:

3. Die äusseren Komponenten der Vulva

Die wichtigsten äusseren Bestandteile der Vulva sind:

  • Äussere Vulvalippen (Labia majora) – schützen die inneren Genitalien
  • Innere Vulvalippen (Labia minora) – umgeben die Vaginalöffnung und die Harnröhre
  • Klitoris – hochsensibles Organ für sexuelle Lust
  • Venushügel (Mons pubis) – gepolstertes Fettgewebe oberhalb der Vulvalippen

Ein Blick auf die Anatomie hilft, das eigene Genital besser zu verstehen und die Beziehung zum Körper zu stärken. Bildmaterial oder schematische Darstellungen können dabei unterstützend wirken, um die einzelnen Bestandteile sichtbar zu machen und die korrekte Benennung zu verinnerlichen. Zusätzlich fördert das bewusste Betrachten und Erforschen der Vulva das Körperbewusstsein, die sexuelle Selbstwahrnehmung und das Verständnis dafür, wie Lust und Empfindungen entstehen. Wer sein Genital kennt, kann auch die eigenen Bedürfnisse besser wahrnehmen und eine positivere, selbstbestimmte Beziehung zur eigenen Sexualität aufbauen.

Die Vulva ist das weibliche Genital.

4. Vulva bewusst wahrnehmen

Die Vulva richtig zu benennen, ist der erste Schritt, um eine gesunde Beziehung zu den eigenen Genitalien aufzubauen. Wer sein Genital kennt und versteht, stärkt das Körperbewusstsein, die sexuelle Selbstbestimmung und das Selbstvertrauen.

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ein Portrait von Melina Dobroka

Melina Dobroka, Sexologin, Basel

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Zyklus 3

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

… kennen Anlaufstellen für Problemsituationen (z.B. Familie, Schule, Sexualität, Belästigung, Gewalt, Sucht, Armut) und können sie bei Bedarf konsultieren. (Beratung, Therapie, Selbsthilfe)

… kennen psychische Veränderungen in der Pubertät (z.B. verstärkte Scham und Befangenheit, veränderte Einstellung zum eigenen Körper, erwachendes sexuelles Interesse) und wissen, dass diese zur normalen Entwicklung gehören

… können Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Geschlecht und Rollenverhalten in der Gruppe formulieren und respektvoll diskutieren (z.B. Bedürfnisse, Kommunikation, Gleichberechtigung).

… können Darstellungen von Männer- und Frauenrollen sowie Sexualität in Medien auf Schönheitsideale und Rollenerwartungen analysieren und Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung kritisch betrachten.

…reflektieren eigene Erwartungen und Anspruche in ihrem Umfeld an Beziehungen, Freundschaften, Partnerschaft und Ehe.(Freundschaft, Partnerschaft, Ehe)

… verbinden Sexualität mit Partnerschaft, Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung und können sexuelle Orientierungen nichtdiskriminierend benennen. (Hetero-, Homosexualität)

… kennen ihre Rechte im Umgang mit Sexualität und respektieren die Rechte anderer. (Selbstbestimmung, Schutzalter, sexuelle Orientierung, Schutz vor Abhängigkeit und Übergriffen)

… können Verhaltensweisen und ihre Auswirkungen im Bereich Sexualität kritisch beurteilen. (Risiken, Übergriffe, Missbrauch, Pornografie, Promiskuität, Prostitution)

… verfügen über ein altersgemässes Grundwissen über die menschliche Fortpflanzung, sexuell übertragbare Krankheiten und Möglichkeiten zur Verhütung.

… kennen die Wirk- und Anwendungsweise verschiedener Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung und können deren Risiken und Nebenwirkungen vergleichen

… kennen Krankheiten, die häufig sexuell übertragen werden, und können erläutern, wie man sich davor schützt.

… wissen um die Verantwortung beider Geschlechter für Empfängnis und Verhütung.

…kennen altersgemässe Medien und Informationsquellen zur Sexualaufklärung.

…können Chancen und Risiken der Mediennutzung benennen und Konsequenzen für das eigene Verhalten ziehen (z.B. Vernetzung, Kommunikation, Cybermobbing, Schuldenfalle, Suchtpotential).

Folgende Themen ergeben sich aus diesen Kompetenzen:

  • Gruppenzwang
  • Pornografie: Umgang und Gefahren
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • erstes Mal
  • weitere

Themen für weiterführende Schulen:

  • Beziehungen
  • Lebensstile
  • Medien
  • Verhütung
  • Geschlechtskrankheiten
  • sexuelle Rechte
  • Berufsspezifische Themen

Zyklus 2

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Die Schüler:innen…

…setzen sich mit dem Zusammenhang von Freundschaft, Liebe und Sexualität auseinander.
…können Qualitäten von Freundschaft und Liebe beschreiben (z.B. Zuneigung, Vertrauen, Gleichberechtigung)
… können über die zukünftige Entwicklung zu Frau und Mann nachdenken
… können Veränderungen des Körpers mit angemessenen Begriffen benennen. (Stimmbruch, Menstruation)
… verstehen Informationen zu Geschlechtsorganen, Zeugung, Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt. (Bau und Funktion der Geschlechtsorgane)
… erhalten die Möglichkeit Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern
… können Geschlechterrollen (z.B. Merkmale, Stereotypen, Verhalten) beschreiben und hinterfragen sowie Vorurteile und Klischees in Alltag und Medien erkennen
… können Vor- und Nachteile direkter Erfahrungen, durch Medien oder virtuell vermittelter Erfahrungen benennen und die persönliche Mediennutzung begründen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Pubertät (körperliche Veränderungen)
  • Menstruation
  • Erektion
  • erster Samenerguss
  • erster Kuss
  • Verliebtsein, Liebe
  • Beziehungen
  • Bedeutung von Sexualität
  • Pornografie: Umgang und Informationen
  • sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität
  • sexuelle Lust
  • Solosexualität (Selbstbefriedigung)

Zyklus 1

Kompetenzen aus dem Lehrplan 21

Schüler:innen…

… können Unterschiede im Körperbau von Mädchen und Knaben mit angemessenen Begriffen benennen.
… können anhand von Beispielen Rollenverhalten beschreiben und vergleichen.

Folgende Themen ergeben sich aus den Kompetenzen des Lehrplan 21:

  • Ich und mein Körper
  • Mädchen/Jungs
  • Gender
  • Freundschaft, Liebe